voices from hidden places

Angesiedelt zwischen Installation und Musiktheater lädt voices from hidden places auf einem anderthalbstündigen Spaziergang zu seiner individuellen Erkundung ein. Das Werk basiert auf Field Recordings, die die irische Komponistin Karen Power an einigen der unmenschlichsten und unzugänglichsten Orte der Welt gemacht hat: der Arktis und dem Amazonas: „Von diesen speziellen Orten fange ich die natürliche Sprache ein, die aus dem grundlegenden Bedürfnis alles Lebendigen nach Kommunikation entsteht. Das Werk erforscht die Möglichkeiten vom hörenden Wahrnehmen natürlicher Strukturen und Harmonien aus der ganzen Welt als etwas, das uns verbinden und leiten kann.”

Das Publikum erhält dafür eine Art Führer, der beim Durchlaufen des Werks etwas Geschichtenähnliches entstehen lässt, das jedoch offen und nonlinear angelegt ist. Jeder Raum beginnt als realer Ort, z.B. als Arktis, Dschungel usw. Im Verlauf des Werkes schwinden die Unterschiede zwischen diesen Orten jedoch zusehends und der menschliche Kompositionsprozess tritt in den Vordergrund. Jeder Raum ist eine Inszenierung für sich mit Fotoprojektionen, speziellen Lichtstimmungen und zum Teil auch Requisiten.

Die Solistinnen und Solisten des ensemble mosaik sind auf die einzelnen Räume verteilt, während ihr Spiel über Lautsprecher überall zu hören ist. Sie spielen nur zu festgesetzten Zeiten und nicht immer zugleich, sodass das Publikum dem Live-Klang nachlauschen und folgen kann.

Die Stimmkünstlerin Ute Wassermann improvisiert dazu mit einem Fokus auf Vogelstimmen und den Ausspracheaspekten eines für voices of hidden places entstandenen Textes. Sie wandelt zwischen den Orten hin und her, verweilt mitunter und trägt dem Publikum eine Kombination aus Text, Sprache und Tierlauten vor. Damit kreiert sie eine Art gestische Geschichte, die eher anhand ihrer Klangkontur verstanden werden kann als durch ihre Sprache – genau wie Vogelrufe. Der Text liegt irgendwo zwischen menschlicher und tierischer „Sprache“.

Musikalisch gesprochen, werden Klänge wie der Amazonas usw. dafür eingesetzt, durch die Natur, ihren Rhythmus, ihre Harmonie und Struktur die Konstruktionen hinter unseren menschlichen Räumen, dem Konzept „Interpret und Publikum“ und dem musikalischen Material selbst zu enthüllen.

Ute Wassermann – Stimme

ensemble mosaik Simon Strasser – Oboe, Roland Neffe – Schlagzeug, Mathis Mayr – Violoncello, Ernst Surberg – Synthesizer, Arne Vierck – Klangregie


Karen Power
- Komposition, Konzept, Text

Karen Power, John Godfrey – Bild

Eckehard Guether – Videotechnik

Domenik Engemann
- Licht

Eine Produktion von ensemble mosaik und „BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater“ in Kooperation mit dem Künstlerprogramm des DAAD. Kompositionsauftrag finanziert durch das Cork Midsummer Festival und den Irish Arts Council. Textauftrag finanziert durch den Irish Council Bursary Award. Gefördert von Travel Funding Culture Ireland.


BAM! ist eine Initiative des ZMB – Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V., realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Schering-Stiftung und der Augstein-Stiftung.

Karen Power
voices of hidden places
20. Sep. 2018 / 20:00, Kunsthaus ACUD, Berlin
21. Sep. 2018 / 21:00, Kunsthaus ACUD Berlin